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Gute Besserung per WhatsApp

Die beste Genesungsnachricht ist kurz, konkret und verlangt keine Antwort. Zwei Sätze, in denen steht, dass Sie an den anderen denken und was Sie anbieten, sind mehr wert als eine lange Sammlung guter Ratschläge.

Wer krank ist, liegt selten bequem am Schreibtisch. Er liest auf dem Handy, oft im Liegen, oft müde, manchmal mit Schmerzmitteln im Kopf. Deshalb funktionieren am Telefon andere Nachrichten als in einer Karte. Alles, was scrollen erfordert, wird auf später verschoben, und später heißt oft nie.

Das Zweite, was viele falsch machen: Sie stellen Fragen. „Was hat der Arzt gesagt?" ist gut gemeint, erzeugt aber Druck. Der Kranke muss nun entweder eine Diagnose ausbreiten, über die er vielleicht selbst noch nicht nachgedacht hat, oder er lässt die Nachricht unbeantwortet und hat ein schlechtes Gewissen. Wer erzählen will, erzählt von allein.

Kurz und herzlich

Diese Nachrichten passen fast immer. Sie können sie so übernehmen und höchstens den Namen ändern.

Wenn Sie konkret helfen wollen

Der Satz „Sag Bescheid, wenn ich etwas tun kann" klingt freundlich, führt aber selten zu etwas. Kranke Menschen fragen ungern nach Hilfe, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Deutlich wirksamer ist ein konkretes Angebot, das man nur noch annehmen oder ablehnen muss.

Zwei Nachrichten im Vergleich. Links ein konkretes Hilfsangebot, als gut gekennzeichnet. Rechts eine Nachricht, die nach der Diagnose fragt und Hilfe nur vage anbietet, als ungünstig gekennzeichnet.

Für Kollegen

Im beruflichen Umfeld gilt ein wichtiger Unterschied: Die Nachricht soll entlasten, nicht an die Arbeit erinnern. Wer schreibt, dass sich der Schreibtisch türmt, meint es meist scherzhaft, erzeugt aber genau den Druck, den ein Kranker nicht brauchen kann.

Nach einer Operation

Nach einem Eingriff sind die ersten Tage die anstrengendsten. Nachrichten kommen hier oft an, wenn der Empfänger noch gar nicht antworten kann. Formulieren Sie deshalb so, dass keine Reaktion erwartet wird.

Bei längerer Krankheit

Hier verschiebt sich das Wichtigste. Wer wochenlang oder länger krank ist, bekommt am Anfang viele Nachrichten und danach fast keine mehr. Genau das macht lange Krankheiten einsam. Eine kurze Nachricht nach vier Wochen ist deshalb oft wertvoller als die erste.

Vermeiden Sie in dieser Situation die Formel „Werd schnell wieder gesund". Bei einer Erkältung ist das freundlich, bei einer chronischen oder schweren Erkrankung klingt es wie eine Erwartung, die der andere nicht erfüllen kann.

Was man besser weglässt

Einige Sätze werden aus lauter guter Absicht geschrieben und kommen trotzdem schlecht an. Ratschläge gehören dazu. Der Hinweis auf Ingwertee, eine bestimmte Klinik oder einen Bekannten, dem etwas geholfen hat, unterstellt dem Kranken ungewollt, er habe sich nicht genug gekümmert.

Ebenso heikel sind Vergleiche. „Meine Schwester hatte das auch" führt fast nie zu Trost, weil jede Krankheit anders verläuft und der Vergleich meist schlechter ausgeht, als der Erzähler denkt. Und Sätze wie „Das wird schon wieder" sind bei ernsten Diagnosen ein Versprechen, das niemand halten kann.

Halten Sie es einfacher, als es sich anfühlt. Dass Sie geschrieben haben, ist die eigentliche Botschaft.

Emojis: ja oder nein

Bei Freunden und in der Familie sind ein oder zwei Emojis völlig normal und nehmen der Nachricht die Steifheit. Bei Kollegen, Vorgesetzten und Nachbarn, die man siezt, schreibt man besser ohne. Und bei einer ernsten Diagnose sollte man ganz darauf verzichten, weil ein Symbol dann leicht unpassend leicht wirkt.

Wenn Sie unsicher sind, gilt eine einfache Regel: Schicken Sie das, was Sie der Person auch ins Gesicht sagen würden. Was Sie im Wohnzimmer nicht sagen würden, gehört auch nicht in die Nachricht.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Genesungsnachricht sein?

Zwei bis drei Sätze reichen. Wer krank ist, liest am Handy und oft mit wenig Kraft. Eine kurze Nachricht wirkt nicht lieblos, sondern rücksichtsvoll.

Sind Emojis unpassend?

Bei Freunden und Familie sind ein oder zwei Emojis üblich. Bei Kollegen und Vorgesetzten schreibt man besser ohne, bei ernsten Diagnosen ganz ohne.

Soll ich fragen, was der Arzt gesagt hat?

Besser nicht. Wer darüber sprechen möchte, erzählt es von selbst. Eine Nachfrage setzt den Kranken unter Zugzwang, obwohl er vielleicht gerade keine Antwort geben will.

Was schreibe ich, wenn ich die Person kaum kenne?

Bleiben Sie sachlich und freundlich, ohne Vertraulichkeit vorzutäuschen. „Ich habe gehört, dass Sie krank sind, und wünsche Ihnen gute Besserung" ist völlig ausreichend.

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