Berühmte Zitate über das Alter
Die meisten Zitatsammlungen zum Älterwerden haben ein Problem: Ein großer Teil der Sätze stammt nicht von dem, unter dessen Namen sie stehen. Hier stehen deshalb Zitate mit nachvollziehbarer Herkunft, und weiter unten die bekanntesten Fälschungen.
Ein Zitat in einer Geburtstagsrede oder auf einer Karte wirkt, weil jemand anders für einen die Worte gefunden hat. Genau deshalb ist es ärgerlich, wenn die Zuschreibung nicht stimmt. Im schlimmsten Fall sitzt im Publikum jemand, der es weiß, und der Satz verliert genau die Autorität, wegen der man ihn ausgewählt hat.
Nachdenkliche Zitate
- „Man ist so alt, wie man sich fühlt." Sprichwörtlich, kein einzelner Urheber belegt.
- „Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören." Jean Paul
- „Alt werden ist immer noch die einzige Möglichkeit, lange zu leben." Hugo von Hofmannsthal zugeschrieben, ebenso verbreitet in französischer Fassung.
- „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein." Philip Rosenthal, der ihn als Unternehmensmotto prägte.
- „Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen." Seneca, aus der Schrift über die Kürze des Lebens.
Mit Humor
- „Das Alter ist eine verdammt hohe Zahl, die einem niemand glaubt." Nicht sicher belegt, aber ohne feste Zuschreibung im Umlauf und daher unverfänglich.
- „Ich habe nichts gegen das Alter. Nur gegen die Vorstellung, dass ich es habe." Volksmund.
- „Man wird nicht alt, wenn man älter wird. Man wird alt, wenn man aufhört, jung zu denken." Sprichwörtlich.
Bei humorvollen Sprüchen ist die Quellenlage fast immer dünn. Das ist kein Problem, solange man keinen berühmten Namen daruntersetzt. Ein Spruch ohne Urheber ist ehrlicher als ein Spruch mit erfundenem Urheber.
Für Reden zum runden Geburtstag
In einer Rede funktioniert ein Zitat am besten, wenn es nicht am Anfang steht. Beginnen Sie mit etwas Konkretem aus dem Leben des Jubilars und setzen Sie den Satz dorthin, wo Sie ins Allgemeine wechseln. Ein Zitat als Einstieg wirkt oft, als hätte man selbst nichts zu sagen.
Kürzen Sie außerdem nicht. Ein halbes Zitat ist der häufigste Weg, den Sinn zu verdrehen, und gerade bei Seneca und Jean Paul hängt die Aussage am zweiten Teil des Satzes.
Die bekanntesten Falschzuschreibungen
Drei Namen tragen im deutschsprachigen Netz die meisten erfundenen Zitate: Goethe, Albert Einstein und Mark Twain. Der Grund ist simpel. Ein Satz klingt gewichtiger, wenn ein großer Name darunter steht, und niemand prüft nach.
Besonders hartnäckig ist die Zeile „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel." Sie wird fast überall Goethe zugeschrieben und findet sich in keinem seiner Werke. Ähnlich verhält es sich mit vielen Einstein-Sätzen über Phantasie und Wissen, die in dieser Form nicht von ihm stammen.
Woran man das erkennt: Es fehlt die Quelle. Bei einem echten Zitat lässt sich sagen, aus welchem Werk, welcher Rede oder welchem Brief es stammt. Steht im Netz nur der Name und sonst nichts, ist Vorsicht angebracht. Die Goethe-Gesellschaften und die großen Zitatlexika führen Listen solcher Fälle, ein Blick dorthin dauert zwei Minuten.
Wenn Sie unsicher sind und den Satz trotzdem schön finden, gibt es einen einfachen Ausweg: Lassen Sie den Namen weg. „Es heißt, dass ..." oder „Irgendwo habe ich gelesen ..." ist eine ehrliche Formulierung, mit der niemand ein Problem hat.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich ein falsches Zitat?
An der fehlenden Quelle. Wenn nirgends ein Werk, ein Brief oder eine Rede genannt wird, ist die Zuschreibung meist erfunden.
Muss ich in einer Rede die Quelle nennen?
Privat genügt der Name. Wer einen Text veröffentlicht, sollte die Quelle prüfen und angeben.