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SeniorenPRO

Praktisch erklärt. Richtig ausgewählt. Ohne Fachchinesisch.

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Dankschreiben an Ärzte und Pflegekräfte

Ein Dankschreiben nach dem Krankenhaus geht an die Station, nicht an einzelne Personen. Am meisten wirkt es, wenn Sie eine konkrete Situation nennen, an die sich das Team erinnern kann. Eine halbe Seite reicht völlig.

In Kliniken hängen solche Briefe tatsächlich am Schwarzen Brett im Stationszimmer, oft monatelang. Das ist kein Zufall: Rückmeldungen kommen im Krankenhausalltag fast nur, wenn etwas schiefgegangen ist. Ein Dank ist deshalb selten und wird entsprechend ernst genommen.

Wohin der Brief geht

Adressieren Sie an das Krankenhaus, ergänzt um die Station. Die Stationsnummer steht auf Ihren Entlassungspapieren oder auf dem Schild an der Tür, das Sie in den Tagen dort hundertmal gesehen haben.

Klinikum Musterstadt

Station 3B, Chirurgie

Musterstraße 1

06366 Köthen

Der Umweg über die Station hat einen Grund. Ein Brief an einen einzelnen Arzt landet in dessen Fach und bleibt dort. Ein Brief an die Station wird vorgelesen, weitergereicht und aufgehängt, und er erreicht auch die Leute, die nachts da waren und deren Namen Sie nie erfahren haben.

Wenn Sie sich bei einer bestimmten Person bedanken wollen, nennen Sie sie im Text namentlich und schicken den Brief trotzdem an die Station. Wer als Einziger gelobt wird, hat es im Team nicht unbedingt leichter, deshalb ist die Mischung aus Team und Einzelnennung meist die klügere Form.

Links ein Umschlag mit der Anschrift des Klinikums, die Zeile mit der Station ist hervorgehoben. Rechts die beiden Wege: an die Station adressiert wird der Brief vorgelesen und ausgehängt, an eine einzelne Person adressiert bleibt er in deren Fach.

Was hineingehört

Drei Dinge machen den Unterschied zwischen einer Floskel und einem Brief, der aufgehängt wird. Erstens der Zeitraum, damit die Station weiß, von wann die Rede ist. Zweitens eine konkrete Szene. Drittens, wenn möglich, ein Name.

Die Szene ist das Wichtigste. „Alle waren sehr nett" trifft auf jede Station zu und sagt niemandem etwas. „Die Nachtschwester hat sich am Sonntag zwanzig Minuten an mein Bett gesetzt, als ich Angst vor der Operation hatte" ist ein Satz, den das Team wiedererkennt.

Ein kurzes Beispiel

Sehr geehrtes Team der Station 3B,

vom 2. bis zum 9. August war ich nach einer Hüftoperation bei Ihnen. Ich möchte mich für die Woche bedanken.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die erste Nacht. Ich hatte starke Schmerzen und war ziemlich durcheinander. Die Kollegin im Nachtdienst hat sich Zeit genommen, mir alles ruhig erklärt und danach zweimal nachgesehen, ob es besser geworden ist. Das hat mir die Angst genommen.

Ich weiß, wie voll Ihre Tage sind. Umso mehr hat mich beeindruckt, dass niemand mich das hat spüren lassen.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre Arbeit

Anna Meier

Ein ausführlicheres Beispiel

Sehr geehrter Herr Dr. Schneider, sehr geehrtes Pflegeteam der Station 2,

nach meiner Entlassung möchte ich mich bei Ihnen allen bedanken. Ich war vom 14. Juli bis zum 1. August bei Ihnen, und es waren keine leichten Wochen.

Herr Dr. Schneider, Sie haben mir vor dem Eingriff dreimal dasselbe erklärt, weil ich es beim ersten und beim zweiten Mal nicht behalten habe. Sie haben sich das nie anmerken lassen. Für jemanden in meinem Alter, der sich in einer Klinik schnell überfahren fühlt, war das mehr wert als alles andere.

Dem Pflegeteam danke ich für die Geduld beim Aufstehen und Laufen. Ich weiß, dass ich langsam war und dass Sie eigentlich keine Zeit hatten. Sie haben sie sich trotzdem genommen.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Ihre Arbeit die Anerkennung bekommt, die sie verdient.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Krause

Geschenke: was Kliniken annehmen dürfen

Hier machen viele unbeabsichtigt einen Fehler. Krankenhäuser haben Regeln zur Annahme von Geschenken, und die sind strenger, als Patienten vermuten. Hintergrund sind die Vorschriften zur Vorteilsannahme im Gesundheitswesen, die seit Jahren deutlich verschärft wurden.

In der Praxis heißt das: Eine Aufmerksamkeit für das gesamte Team, etwa Kuchen, Kekse oder Obst für das Stationszimmer, ist fast überall unproblematisch. Geldgeschenke sind es nie. Persönliche Präsente an einzelne Ärzte oder Pflegekräfte sind in vielen Häusern ab einer geringen Wertgrenze meldepflichtig oder ganz untersagt, und das gilt auch dann, wenn es freundlich gemeint ist.

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in der Verwaltung oder bei der Pflegedienstleitung nach. Das ist keine Zumutung, sondern eine übliche Frage, und Sie ersparen dem Beschenkten die unangenehme Situation, ablehnen zu müssen.

Der Brief selbst fällt unter keine dieser Regeln. Er ist die Form des Dankes, die immer geht.

Wenn Sie die Namen nicht wissen

Das ist der Normalfall, und es ist kein Hindernis. Schreiben Sie an das Team und beschreiben Sie die Person, an die Sie denken, so gut es geht. Auf einer Station weiß man in aller Regel sofort, wer am fraglichen Wochenende Dienst hatte und wer die Kollegin mit der ruhigen Stimme ist.

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