Schönheitsoperation im Alter
Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht, entscheidend ist der Gesundheitszustand. Die Kasse zahlt nur, wenn eine Funktion beeinträchtigt ist, etwa das Gesichtsfeld durch hängende Oberlider. Alles andere zahlen Sie selbst, und die Preisspannen sind erheblich.
Diese Seite gibt einen Überblick über organisatorische und finanzielle Fragen. Sie ersetzt kein ärztliches Beratungsgespräch und enthält keine Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Eingriff.
Über kosmetische Eingriffe im höheren Alter wird ungern offen gesprochen, gemacht werden sie trotzdem. Die häufigsten sind Lidstraffungen, gefolgt von Halsstraffungen und kleineren Faltenbehandlungen. Wer darüber nachdenkt, steht meist vor drei praktischen Fragen: Wer zahlt, was kostet es, und woran erkenne ich eine gute Praxis.
Was die Krankenkasse übernimmt
Die Trennlinie verläuft zwischen ästhetisch und funktionell. Ein Eingriff, der allein das Aussehen betrifft, ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sobald aber eine Funktion beeinträchtigt ist, sieht es anders aus.
Der praktisch wichtigste Fall sind hängende Oberlider. Wenn sie so weit herabsinken, dass das Gesichtsfeld eingeschränkt wird, kann die Kasse die Operation übernehmen. Nachgewiesen wird das durch eine augenärztliche Gesichtsfeldmessung, nicht durch die eigene Einschätzung. Ähnlich liegt es bei Hautfalten, die zu wiederkehrenden Entzündungen führen.
Wichtig ist die Reihenfolge: Der Antrag muss vor dem Eingriff gestellt und bewilligt sein. Wer erst operieren lässt und danach die Rechnung einreicht, bleibt in aller Regel darauf sitzen. Rechnen Sie außerdem damit, dass der Medizinische Dienst eingeschaltet wird und dass eine Ablehnung im ersten Anlauf nicht ungewöhnlich ist.
Was es kostet
Die Spannen sind groß, weil Aufwand, Narkoseart und Region stark schwanken. Für eine Oberlidstraffung werden häufig Beträge im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich aufgerufen, für umfangreichere Straffungen deutlich mehr. Verlassen Sie sich nicht auf Preise aus dem Internet, sondern auf einen schriftlichen Kostenplan aus Ihrem Beratungsgespräch.
Achten Sie darauf, was in dem Betrag enthalten ist. Voruntersuchung, Narkose, Klinikaufenthalt, Nachkontrollen und mögliche Nachkorrekturen werden nicht überall mitgerechnet. Ein Angebot, das nur die reine Operation nennt, ist nicht günstiger, es ist nur unvollständig.
Woran Sie eine seriöse Praxis erkennen
Die Berufsbezeichnung ist der erste Anhaltspunkt. „Schönheitschirurg" ist kein geschützter Begriff, „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" dagegen schon. Wer diese Weiterbildung hat, hat sie nachweislich absolviert.
Der zweite Anhaltspunkt ist das Gespräch selbst. In einer seriösen Praxis wird über Risiken gesprochen, über den Heilungsverlauf, über die Wahrscheinlichkeit einer Nachkorrektur und darüber, was der Eingriff nicht leisten kann. Sie bekommen eine Bedenkzeit und werden nicht gedrängt, am selben Tag zu unterschreiben.
Skeptisch sollten Sie werden bei Rabattaktionen, bei Vorher-Nachher-Bildern als Verkaufsargument, bei Pauschalpreisen ohne Untersuchung und bei jeder Form von Zeitdruck. Werbung für ästhetische Operationen unterliegt in Deutschland Beschränkungen, und wer diese Grenzen offensiv ausreizt, sagt damit etwas über seine Arbeitsweise.
Fragen für das Beratungsgespräch
- Welche Facharztbezeichnung haben Sie, und wie oft führen Sie diesen Eingriff im Jahr durch?
- Welche Narkoseform ist vorgesehen, und wer führt sie durch?
- Was genau ist im Preis enthalten, und was kommt gegebenenfalls dazu?
- Wie lange falle ich aus, und wann kann ich wieder unter Leute?
- Welche Komplikationen treten bei diesem Eingriff am häufigsten auf?
- Wie oft sind Nachkorrekturen nötig, und was kosten sie?
- Wer ist erreichbar, wenn nachts nach der Operation etwas nicht stimmt?
- Was spricht in meinem Fall gegen den Eingriff?
Die letzte Frage ist die aufschlussreichste. Wer darauf keine Antwort hat, hat entweder nicht genau hingesehen oder will verkaufen.
Angebote aus dem Ausland
Vermittler werben mit Eingriffen im europäischen Ausland zu einem Bruchteil der hiesigen Preise, oft im Paket mit Flug und Hotel. Der Preisunterschied ist real, die Rechnung geht trotzdem oft nicht auf.
Das Problem ist die Nachsorge. Ein kosmetischer Eingriff braucht Kontrollen, und wenn etwas nicht verheilt, brauchen Sie jemanden in erreichbarer Nähe. Rückflüge kurz nach einer Operation bringen zudem ein erhöhtes Thromboserisiko mit sich. Kommt es zu Komplikationen, behandelt eine deutsche Praxis zwar, aber auf Ihre Kosten, und Gewährleistungsansprüche im Ausland durchzusetzen ist mühsam bis aussichtslos.
Wer trotzdem darüber nachdenkt, sollte mindestens klären, wer die Nachsorge in Deutschland übernimmt und was im Komplikationsfall gilt. Am besten schriftlich, vor der Buchung.
Häufige Fragen
Gibt es eine Altersgrenze?
Nach oben nicht. Entscheidend sind Gesundheitszustand und Narkosefähigkeit, die vor dem Eingriff geprüft werden.
Zahlt die Kasse eine Lidstraffung?
Nur bei nachgewiesener Einschränkung des Gesichtsfelds. Der Antrag muss vor dem Eingriff bewilligt sein.