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Dias digitalisieren

Bei mehr als etwa fünfhundert Dias lohnt fast immer ein Dienstleister. Darunter, oder wenn Ihnen die Originale zu wertvoll für den Postweg sind, scannen Sie besser selbst. Der wichtigste Schritt kommt aber danach: die Sicherung.

In fast jedem Haushalt steht noch ein Karton mit Dias, oft aus den sechziger bis achtziger Jahren. Der Projektor ist längst kaputt oder die Lampe nicht mehr zu bekommen, und damit hat seit zwanzig Jahren niemand mehr hineingesehen. Das ist der eigentliche Grund fürs Digitalisieren: Nicht die Haltbarkeit, sondern dass man sonst gar nicht mehr drankommt.

Dias halten übrigens länger, als viele denken. Gut gelagerte Kleinbilddias sind nach fünfzig Jahren meist noch brauchbar, sie verlieren allerdings Farbe, und zwar zuerst das Blau. Feuchtigkeit im Keller und Wärme auf dem Dachboden beschleunigen das erheblich.

Machen lassen: was es kostet

Die großen Anbieter arbeiten mit Durchlaufscannern und rechnen pro Dia ab. Üblich sind zwanzig bis sechzig Cent, je nach Auflösung und Bearbeitungsstufe. Bei tausend Dias landen Sie damit im mittleren dreistelligen Bereich, was gemessen am Zeitaufwand fast immer der bessere Handel ist.

Teurer wird es, wenn jedes Bild einzeln angesehen und nachbearbeitet wird. Das lohnt sich bei kleinen, besonders wichtigen Beständen, etwa den Hochzeitsbildern der Eltern, aber nicht beim ganzen Karton.

Worauf Sie beim Anbieter achten sollten: Wird in Deutschland gearbeitet oder gehen die Dias ins Ausland? Wie ist der Versand versichert? Bekommen Sie die Originale zurück, und in welchem Zustand? Und wird das Ergebnis als JPEG oder zusätzlich als unkomprimiertes TIFF geliefert? Für den Hausgebrauch reicht JPEG, aber die Frage zeigt Ihnen, wie sorgfältig gearbeitet wird.

Der Punkt, den die meisten unterschätzen, ist der Versand. Ihre Dias existieren genau einmal. Schicken Sie deshalb nie den gesamten Bestand auf einmal, sondern in zwei oder drei Sendungen. Geht eine verloren, ist nicht alles weg.

Selbst scannen: was es wirklich bedeutet

Ein einfacher Diascanner kostet etwa hundert bis zweihundert Euro. Er nimmt jeweils ein Dia oder einen kleinen Magazinschlitten auf, und Sie drücken für jedes Bild einen Knopf. Das Gerät ist schnell erklärt, das Ergebnis für Familienbilder völlig ausreichend.

Was in keiner Anleitung steht, ist der Zeitaufwand. Rechnen Sie mit einer halben bis einer Minute pro Dia, wenn man Einlegen, Ausrichten und gelegentliches Entstauben mitzählt. Tausend Dias sind damit zehn bis fünfzehn Stunden. Das ist zu schaffen, aber nicht an einem Wochenende, und wer es an einem Wochenende versucht, hört bei Bild dreihundert auf.

Machen Sie es wie beim Entrümpeln: feste, kurze Einheiten. Zwei Magazine pro Abend, dann ist der Karton in ein paar Wochen durch, und Sie schauen sich die Bilder nebenbei sogar an.

Die Alternative ist ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit. Der liefert bessere Qualität, ist aber deutlich langsamer, weil er mehrere Dias gleichzeitig in einer Halterung scannt und für jeden Durchgang Minuten braucht. Für kleine, hochwertige Bestände ist das die bessere Wahl.

Welche Auflösung genügt

Hier wird viel Unsinn verkauft. Für das Betrachten am Fernseher oder Tablet und für Abzüge bis A4 reichen 2.000 dpi vollkommen. Ein Kleinbilddia liefert damit etwa acht Megapixel, mehr als jedes Urlaubsfoto vom Handy braucht.

Bei 4.000 dpi holen Sie aus einem guten, scharfen Dia noch etwas heraus. Darüber hinaus vergrößern Sie nur noch das Filmkorn. Wenn ein Anbieter mit 10.000 dpi wirbt, rechnet er meist hoch, statt tatsächlich so fein abzutasten.

Beachten Sie den Speicherbedarf: Bei 4.000 dpi wird aus tausend Dias schnell ein halbes Terabyte, wenn unkomprimiert geliefert wird. Für die meisten ist die mittlere Stufe die richtige.

Der Schritt, den fast alle vergessen

Nach dem Digitalisieren liegen die Bilder auf genau einer Festplatte, und damit sind sie unsicherer als vorher im Karton. Ein Dia übersteht einen Sturz, eine Festplatte nicht. Und anders als beim Dia merkt man den Verlust erst, wenn man hinsehen will.

Legen Sie deshalb mindestens zwei Kopien an, an zwei verschiedenen Orten. Eine externe Festplatte zu Hause und eine zweite bei den Kindern, oder eine Festplatte plus ein Cloudspeicher. Beschriften Sie beide mit Inhalt und Datum, das klingt banal, spart aber später viel Suchen.

Und legen Sie die Dias nicht weg, nur weil sie jetzt digital vorliegen. Sie sind die einzige Sicherung, die keinen Strom braucht.

Was mit den Bildern danach passieren kann

Der schönste Teil kommt erst jetzt. Digitalisierte Dias lassen sich auf einem digitalen Bilderrahmen anzeigen, der die Bilder wechselt, ohne dass jemand etwas bedienen muss. Sie lassen sich an Kinder und Enkel schicken. Und sie lassen sich als Fotobuch drucken, was für Geburtstage oder Jubiläen oft mehr Freude macht als der ganze Karton.

Nehmen Sie sich außerdem die Zeit, während des Sichtens ein paar Notizen zu machen: wer darauf zu sehen ist, wo es aufgenommen wurde, wann ungefähr. Diese Angaben kennen Sie noch, und außer Ihnen weiß sie niemand mehr.

Häufige Fragen

Was kostet das Digitalisieren?

Bei Massenanbietern zwanzig bis sechzig Cent pro Dia. Für tausend Dias also ein mittlerer dreistelliger Betrag.

Welche Auflösung brauche ich?

2.000 dpi reichen für Bildschirm und Abzüge bis A4. Mehr als 4.000 dpi bringt bei Kleinbilddias nichts mehr.

Kann ich Dias mit dem Handy abfotografieren?

Als Notlösung ja, mit einer Leuchtplatte hinter dem Dia. Für einen ganzen Bestand ist das Ergebnis aber zu ungleichmäßig, weil Belichtung und Ausrichtung ständig schwanken.

Hat Ihnen das geholfen?

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