Trauerkarte: den Umschlag richtig beschriften
Auf den Umschlag kommt schlicht der Name der Angehörigen, ohne „An" davor und ohne Zusätze wie „z. Hd.". Der Absender gehört klein auf die Rückseite. Geschrieben wird mit der Hand, in blauer oder schwarzer Tinte.
Bei einer Trauerkarte ist der Umschlag mehr als Verpackung. Er ist das Erste, was die Angehörigen in der Hand halten, oft zusammen mit einem Stapel anderer Post. Deshalb lohnt es sich, ein paar Minuten darauf zu verwenden, auch wenn die Regeln unaufgeregter sind, als viele befürchten.
An wen die Karte adressiert wird
Die Karte geht an die nächsten Angehörigen, nicht an den Verstorbenen. Wenn Sie die Familie kennen, schreiben Sie den Namen der Person, zu der Sie den engsten Bezug haben, und beziehen die übrigen ein.
Frau Anna Meier
Musterstraße 12
06366 Köthen
Kennen Sie die Familie als Ganzes, ist „Familie Meier" die übliche Form. Wenn Sie den Verstorbenen aus dem Beruf kannten und die Angehörigen nicht persönlich, ist es sinnvoll, den Bezug im Text der Karte zu erklären, nicht auf dem Umschlag.
Familie Meier
Musterstraße 12
06366 Köthen
Weglassen können Sie alles, was nach Verwaltung klingt. Ein „An" vor dem Namen ist auf einem Brief nicht nötig, „z. Hd." gehört in die Geschäftspost. Auch akademische Titel setzt man auf einer Trauerkarte nur, wenn die Familie selbst großen Wert darauf legt.
Zukleben oder offen lassen
Das hängt davon ab, wie die Karte ihren Weg nimmt. Geht sie mit der Post, wird der Umschlag zugeklebt, alles andere wäre unpraktisch und käme womöglich beschädigt an.
Anders ist es, wenn Sie die Karte bei der Trauerfeier abgeben oder in einen bereitgestellten Korb legen. Dort lässt man den Umschlag offen oder steckt die Lasche nur locker hinein. Der Grund ist praktisch: Die Angehörigen öffnen später viele Karten auf einmal, und wenn Geld beiliegt, was bei manchen Anlässen üblich ist, sollen sie es nicht übersehen.
Wohin der Absender gehört
Auf die Rückseite, auf die Umschlagklappe, klein und vollständig mit Anschrift. Das wirkt nebensächlich, ist es aber nicht. Nach einem Todesfall gehen viele Karten ein, und die Angehörigen wissen wenige Wochen später oft nicht mehr, von wem welche kam. Viele Familien verschicken später eine Danksagung, und dafür brauchen sie die Adresse.
Wenn Sie die Karte persönlich übergeben, können Sie den Absender weglassen. In dem Fall sollte Ihr Name aber unbedingt in der Karte selbst stehen, und zwar leserlich.
Stift, Schrift und Farbe
Handschrift ist bei Trauerpost der Normalfall, auch wenn Sie mit Ihrer Schrift unzufrieden sind. Ein gedruckter Adressaufkleber wirkt distanziert, und darum geht es hier gerade nicht.
Schreiben Sie mit einem Füller oder einem sauber laufenden Stift in Blau oder Schwarz. Bunte Farben sind unpassend, Bleistift wirkt provisorisch. Wenn Sie zittrige Hände haben, hilft ein Lineal als Führung unter der Zeile mehr als jeder besondere Stift.
Nehmen Sie sich für den Umschlag eine eigene Karte zum Üben. Ein durchgestrichener Name lässt sich nicht mehr retten, und ein neuer Umschlag ist schneller besorgt als eine neue Karte.
Briefmarke und Versand
Eine Trauerkarte wird als normaler Brief frankiert. Sondermarken mit fröhlichen Motiven wählt man besser nicht, eine schlichte Standardmarke ist immer richtig. Wenn die Karte dicker ist, etwa durch ein eingelegtes Foto, prüfen Sie das Gewicht lieber vorher, damit sie nicht mit Nachporto ankommt.
Beim Zeitpunkt gilt: lieber zügig als perfekt. Die erste Woche nach der Todesanzeige ist üblich. Wenn Sie es später erfahren, schreiben Sie trotzdem und erwähnen kurz, dass die Nachricht Sie erst jetzt erreicht hat. Eine späte Karte ist deutlich besser als keine.
Häufige Fragen
Klebt man den Umschlag zu?
Bei Postversand ja. Wenn Sie die Karte bei der Trauerfeier abgeben, lassen Sie ihn offen oder stecken die Lasche nur hinein.
Wie beschriftet man den Umschlag an eine ganze Familie?
Üblich ist „Familie Meier". Kennen Sie nur einzelne Angehörige, schreiben Sie deren Namen und ergänzen „und Familie".
Muss ein Absender darauf?
Ja, klein auf die Rückseite. Die Angehörigen brauchen ihn für die Danksagung und wissen später oft nicht mehr, wer geschrieben hat.
Was schreibt man, wenn man den Verstorbenen nur beruflich kannte?
Auf dem Umschlag nichts Besonderes, dort steht wie immer der Name der Angehörigen. Den Bezug erklären Sie im Text der Karte in einem Satz.
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