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Entrümpeln im Alter

Fangen Sie dort an, wo keine Erinnerungen liegen: Keller, Abstellkammer, Vorratsschrank. Wer mit den Fotoalben beginnt, sitzt nach zwei Stunden am Boden und hat nichts geschafft. Und arbeiten Sie in kurzen Einheiten, nicht in ganzen Tagen.

Nach dreißig oder vierzig Jahren in derselben Wohnung ist einiges zusammengekommen. Das ist normal und kein Versäumnis. Trotzdem kommt irgendwann der Punkt, an dem der Keller nicht mehr begehbar ist, an dem ein Umzug ansteht oder an dem die Kinder anfangen, vorsichtig davon anzufangen.

Was das Ausmisten im Alter von dem in jungen Jahren unterscheidet, ist nicht die Menge. Es ist der Umstand, dass fast jeder Gegenstand eine Geschichte hat und dass viele Menschen, die zu diesen Geschichten gehören, nicht mehr da sind. Wer das ignoriert und einfach loslegt, scheitert nicht an der Arbeit, sondern an der Erschöpfung danach.

Die Reihenfolge, die funktioniert

Beginnen Sie an den Orten ohne Gefühlswert. Der Vorratsschrank ist ideal, weil abgelaufene Konserven keine Entscheidung erfordern. Danach kommen Keller, Dachboden, Abstellkammer und der Medikamentenschrank, in dem sich erfahrungsgemäß Jahrzehnte sammeln.

Erst danach folgen Kleiderschrank und Wohnzimmerschränke. Ganz zuletzt kommen Fotos, Briefe, Unterlagen und alles, was aus einem Nachlass stammt. Diese Reihenfolge ist keine Kleinigkeit, sondern der eigentliche Trick: Sie sammeln Erfolgserlebnisse, bevor es schwierig wird.

Sechs Stationen von links nach rechts: Vorratsschrank, Keller und Dachboden, Medikamentenschrank, Kleiderschrank, Wohnzimmerschränke, zuletzt Fotos, Briefe und Nachlass. Von links nach rechts nimmt der Erinnerungswert zu.

Kurze Einheiten statt großer Aktionen

Der verbreitetste Fehler ist der Vorsatz, am Samstag den Keller zu machen. Nach zwei Stunden ist die Kraft weg, der Keller sieht schlimmer aus als vorher, weil alles herausgeräumt ist, und die Motivation für den nächsten Anlauf ist dahin.

Besser sind kurze, feste Einheiten. Zwanzig Minuten, ein Regalbrett, eine Schublade. Wer damit dreimal die Woche arbeitet, kommt in zwei Monaten weiter als mit vier großen Wochenenden, und er bleibt dabei.

Stellen Sie sich einen Wecker und hören Sie auf, wenn er klingelt, auch wenn es gerade läuft. Das klingt albern, verhindert aber genau die Erschöpfung, nach der man drei Wochen nicht mehr in den Keller geht.

Was mit den Erinnerungsstücken passiert

Hier hilft ein Gedanke, der vielen die Entscheidung leichter macht: Sie müssen sich nicht zwischen behalten und wegwerfen entscheiden. Es gibt einen dritten Weg, nämlich fotografieren und dann weggeben.

Bei einer Sammlung, die niemand mehr will, bei Kinderzeichnungen oder bei Möbelstücken, die nicht mitkommen können, bewahrt ein gutes Foto die Erinnerung, ohne den Platz zu kosten. Wer das ein paarmal gemacht hat, merkt, dass die Erinnerung tatsächlich am Bild hängt und nicht am Gegenstand.

Legen Sie außerdem eine Kiste an, die Sie nicht anrühren müssen. Eine einzige Kiste für die Dinge, bei denen Sie sich nicht entscheiden können. Alles, was dort landet, ist erledigt und blockiert nicht den Fortschritt. Wenn die Kiste voll ist, gehen Sie sie durch, aber erst dann.

Verkaufen, spenden, entsorgen

Verkaufen lohnt sich seltener, als man hofft. Alte Möbel, Sammeltassen, Bücher und Schallplatten bringen fast nichts, und der Aufwand mit Anzeigen und Besichtigungen ist beträchtlich. Ausnahmen sind Werkzeug, Fahrräder, Musikinstrumente und einzelne technische Geräte.

Spenden geht meist schneller. Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern und manche Vereine holen ab, wenn die Sachen sauber und gebrauchsfähig sind. Fragen Sie vorher, was genommen wird, sonst steht am Ende doch alles wieder im Flur.

Für den Rest gibt es den Sperrmüll, der bei den meisten kommunalen Betrieben ein- bis zweimal im Jahr kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr abgeholt wird. Elektrogeräte, Farben und Batterien gehören nicht dorthin, sondern zum Wertstoffhof.

Der Medikamentenschrank

Station drei ist erfahrungsgemäß die vollste. In vielen Haushalten sammeln sich dort Packungen aus zwanzig Jahren, halb aufgebrauchte Salben, Tropfen ohne Etikett und Mittel für Beschwerden, die längst vorbei sind. Das Ausräumen geht schnell, weil abgelaufene Packungen keine Entscheidung erfordern, und es schafft sofort sichtbaren Platz.

Beim Wegwerfen halten sich zwei hartnäckige Irrtümer. Der erste: Alte Medikamente gehörten in die Apotheke. Apotheken dürfen sie zurücknehmen, verpflichtet sind sie dazu aber nicht, und viele tun es nicht mehr. Rufen Sie vorher an, statt mit einer Tüte vor verschlossener Tür zu stehen.

Der zweite Irrtum ist der gefährlichere: Tabletten und flüssige Mittel gehören auf keinen Fall in Toilette oder Spüle. Kläranlagen können Arzneimittelrückstände nicht vollständig herausfiltern, sie landen im Grundwasser. In den allermeisten Gemeinden ist der Restmüll der vorgesehene Weg, weil der verbrannt wird. Nehmen Sie die Packung mit, damit niemand sonst die Tabletten findet und verwendet, und werfen Sie sie nicht lose ein.

Ob in Ihrer Gemeinde der Restmüll gilt oder eine Schadstoffsammlung vorgeschrieben ist, steht auf der Seite Ihres kommunalen Entsorgungsbetriebs. Das ist der einzige Punkt, an dem sich die Regeln regional wirklich unterscheiden.

Wenn eine Firma helfen soll

Für eine durchschnittliche Wohnung liegen die Angebote meist im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich. Bei vollen Kellern, Dachböden und Garagen wird es schnell vierstellig. Wenn verwertbare Gegenstände dabei sind, rechnen manche Anbieter das gegen, das nennt sich Wertanrechnung und sollte im Angebot ausgewiesen sein.

Woran Sie einen seriösen Betrieb erkennen: Er besichtigt vorher, er gibt einen Festpreis schriftlich, er hat eine ladungsfähige Anschrift im Impressum, und er stellt eine Rechnung. Wer am Telefon einen Preis nennt, ohne die Wohnung gesehen zu haben, wird ihn am Räumungstag nachbessern wollen.

Ein häufiges Ärgernis sind Nachforderungen, wenn die Leute schon in der Wohnung stehen. Dagegen hilft nur der schriftliche Festpreis, in dem steht, welche Räume gemeint sind und dass die besenreine Übergabe enthalten ist. Lassen Sie sich nicht drängen, an dem Tag zu unterschreiben.

Wenn die Kinder drängen

Nicht selten kommt der Anstoß von außen. Das ist gut gemeint und trotzdem heikel, weil es schnell so wirkt, als würde über den eigenen Kopf hinweg entschieden. Wenn Sie in dieser Lage sind, hilft eine klare Absprache: Sie entscheiden, was geht, die anderen tragen.

Umgekehrt gilt für Angehörige: Räumen Sie niemals etwas weg, während der Betroffene nicht dabei ist. Der Zeitgewinn ist gering, der Vertrauensverlust groß, und er hält länger als die aufgeräumte Wohnung.

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