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Gedächtnistraining für Senioren

Zwanzig bis dreißig Minuten reichen, öfter und kürzer schlägt selten und lang. Material braucht man keins. Und der wichtigste Punkt vorweg: Es geht nicht darum, Fehler zu vermeiden, sondern darum, in Bewegung zu bleiben.

Diese Seite beschreibt Übungen zur Beschäftigung und zum Zeitvertreib. Sie sind kein Heilmittel und keine Therapie. Wenn Sie bei sich oder einem Angehörigen Gedächtnisveränderungen bemerken, die über gelegentliche Vergesslichkeit hinausgehen, gehört das in ärztliche Abklärung und nicht in eine Übungssammlung.

In meinen Kursen habe ich einen Fehler immer wieder gesehen, und er kam fast nie von den Teilnehmern selbst: Angehörige, die Übungen mitbringen und dabei jede falsche Antwort korrigieren. Nach zwei Nachmittagen macht niemand mehr mit, und das zu Recht. Wer sich beim Üben blamiert fühlt, hört auf zu üben.

Wenn Sie mit jemandem trainieren, gilt deshalb: Falsche Antworten werden nicht ausgebessert, sondern stehen gelassen oder mit einer Nachfrage weitergeführt. Das ist der Unterschied zwischen einer Übung und einer Prüfung.

Zehn Übungen ohne Material

Wie eine Einheit aufgebaut wird

Beginnen Sie mit etwas Leichtem. Die ersten Minuten dienen dem Ankommen, nicht der Leistung. Eine Sprichwortübung oder eine Wortsammlung eignet sich gut, weil dabei fast jeder etwas beitragen kann.

In der Mitte kommt das Anspruchsvollere: Merkaufgaben, Zahlen, alles, was Konzentration verlangt. Das ist der Teil, der ermüdet, deshalb gehört er nicht ans Ende.

Und hören Sie mit etwas auf, das Freude macht und gelingt. Wer mit einem Erfolgserlebnis aufhört, kommt beim nächsten Mal wieder. Wer mit einer Aufgabe aufhört, die er nicht geschafft hat, nimmt genau das mit.

Zwanzig bis dreißig Minuten sind das Maß. Danach lässt die Aufmerksamkeit spürbar nach, und was dann noch geübt wird, geht auf Kosten der Lust am nächsten Termin.

In der Gruppe

Gruppen haben einen Vorteil, den Einzelübungen nicht bieten: Das Gespräch drumherum ist die eigentliche Leistung. Zuhören, sich merken, wer was gesagt hat, den eigenen Beitrag formulieren, dabei den Faden behalten. Das ist anspruchsvoller als jede Einzelaufgabe.

Achten Sie darauf, dass niemand vorgeführt wird. Übungen mit Reihum-Prinzip sind heikel, wenn das Leistungsgefälle groß ist, weil immer dieselben ins Stocken geraten. Besser sind Aufgaben, bei denen alle gleichzeitig sammeln und danach zusammengetragen wird.

Solche Gruppen gibt es in Begegnungsstätten, bei Wohlfahrtsverbänden, in Kirchengemeinden und an Volkshochschulen, oft kostenlos oder für wenige Euro. Ein Anruf beim Seniorenbüro der Stadt bringt meist eine Liste.

Was ein Gedächtnistrainer macht

Er leitet solche Gruppen an, stellt Einheiten zusammen und passt sie an die Teilnehmer an. Die Bezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt, es gibt also keine staatlich geregelte Ausbildung. Verbände bieten eigene Qualifikationen mit festen Stundenzahlen an, das ist der übliche Weg.

Wenn Sie eine Gruppe suchen, fragen Sie nach der Qualifikation, nach der Gruppengröße und danach, ob mit Leistungsvergleich gearbeitet wird. Die letzte Frage sagt am meisten über den Umgangston.

Häufige Fragen

Wie lange sollte eine Einheit dauern?

Zwanzig bis dreißig Minuten. Danach lässt die Konzentration nach.

Braucht man Material?

Nein. Papier und Stift genügen, viele Übungen brauchen nicht einmal das.

Soll man falsche Antworten korrigieren?

Besser nicht. Wer sich beim Üben blamiert fühlt, hört auf zu üben. Nachfragen statt ausbessern.

Hat Ihnen das geholfen?

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