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Anziehhilfen

Strümpfe und Schuhe sind der Punkt, an dem der Morgen scheitert, wenn das Bücken schwerfällt. Und es ist der Bereich, in dem die Kasse mehr zahlt, als die meisten wissen.

Diese Seite geht um Hilfsmittel und das Verfahren mit der Kasse. Ob und wie weit Sie sich bücken dürfen, etwa nach einer Operation, sagen Ihnen die behandelnde Praxis oder die Therapie.

Erst die Frage, wo es klemmt

Anziehhilfen lösen zwei ganz verschiedene Probleme, und wer das falsche kauft, hat ein Gerät im Schrank stehen.

Das Bücken. Der Fuß ist zu weit weg, weil Hüfte oder Rücken nicht mitmachen oder weil nach einer Operation ein Beugeverbot besteht. Dann braucht es etwas, das die Entfernung überbrückt: einen Bügel, ein Gestell, einen langen Schuhlöffel.

Der Griff. Die Hände kommen an den Fuß, aber das Gewebe rutscht durch die Finger, oder die Kraft fehlt zum Hochziehen. Dann helfen griffige Handschuhe, und die kosten einen Bruchteil.

Häufig ist es beides. Dann ist die Kombination aus Bügel und Handschuhen die Lösung, nicht ein teureres Gerät.

Der Punkt, den kaum jemand kennt

Wer Kompressionsstrümpfe verordnet bekommt, kann auch die Anziehhilfe dafür verordnet bekommen. Sie gilt als Zubehör zur Kompressionstherapie und steht im Hilfsmittelverzeichnis.

Das wird im Sanitätshaus selten von sich aus angeboten, und in der Praxis noch seltener. Fragen Sie ausdrücklich danach, wenn Kompressionsstrümpfe im Spiel sind. Sie zahlen dann nur die gesetzliche Zuzahlung von 5 Euro bis 10 Euro statt des vollen Preises.

Das ist auch aus einem anderen Grund sinnvoll: Kompressionsstrümpfe sitzen nur dann richtig, wenn sie faltenfrei sitzen. Wer sich beim Anziehen quält, zieht sie schlechter an, und irgendwann gar nicht mehr.

Wer zuständig ist, Stand 2026
HilfsmittelKasseWas zu beachten ist
Anziehhilfe für KompressionsstrümpfeKrankenkasse
Gruppe 17
Verordnungsfähig als Zubehör zur Kompressionstherapie. Wird kaum je von sich aus angeboten, danach muss man fragen.

Wie das Verfahren im Einzelnen läuft, steht unter Hilfsmittel: welche Kasse zahlt was.

Die Hilfen im Einzelnen

Der Strumpfanzieher ist ein Bügel oder Rahmen, über den der Strumpf gezogen wird. Man steigt hinein und zieht ihn an zwei Bändern hoch, ohne sich zu bücken. Für Kompressionsstrümpfe gibt es kräftigere Ausführungen, für dünne Strümpfe genügen einfache.

Anziehhandschuhe haben eine griffige Beschichtung. Sie schonen nebenbei das Gewebe, weil man nicht mehr mit den Fingernägeln zupacken muss, und das verlängert die Lebensdauer teurer Kompressionsstrümpfe spürbar.

Der lange Schuhlöffel ist die unterschätzteste Anschaffung im ganzen Bereich. Er kostet wenig, hält ewig und löst das Problem vollständig. Achten Sie auf die Länge: 60 bis 80 Zentimeter, damit man im Sitzen nicht doch wieder greifen muss.

Die Greifhilfe, also die lange Zange, gehört eigentlich hierher, weil sie beim Anziehen mithilft: Hosenbein fassen, heruntergefallene Socke aufheben. Nach einer Hüftoperation ist sie oft wichtiger als alles andere.

Elastische Schnürsenkel lösen ein Problem, an das niemand denkt: Wer die Schuhe nicht mehr binden kann, muss sie sonst weglegen. Mit elastischen Senkeln wird aus dem Schnürschuh ein Schlupfschuh, ohne dass man ihm das ansieht.

Nach einer Operation an Hüfte oder Knie

Hier kommt meist alles zusammen, und zwar plötzlich. Viele Patienten dürfen die Hüfte für einige Wochen nicht über neunzig Grad beugen, und damit ist der Fuß praktisch unerreichbar.

Fragen Sie in der Klinik oder der Rehabilitation nach einer Liste der Hilfsmittel, die für diese Zeit sinnvoll sind. Dort ist das Standard, und häufig wird gleich mit verordnet. Das gilt auch für die Toilettensitzerhöhung, die in dieser Situation kein Komfort ist, sondern eine Voraussetzung.

Besorgen Sie diese Dinge vor der Operation, wenn der Termin planbar ist. Nach der Entlassung ist niemand in der Verfassung, Sanitätshäuser abzuklappern.

Zwei Hilfen

Die folgenden Links führen zu Amazon. Kaufen Sie darüber ein, erhalten wir eine Provision, für Sie ändert sich der Preis nicht. Wir haben diese Produkte nicht selbst getestet, die Angaben stammen von den Herstellern. Bei Kompressionsstrümpfen lohnt sich vorher die Frage nach einer Verordnung.

RUSSKA Anziehhilfe, weite Ausführung

RUSSKA
24,80 € bei Amazon

Eine Anziehhilfe für Kompressionsstrümpfe von einem Hersteller, der Sanitätshäuser beliefert. Der Strumpf wird über den Bügel gezogen, dann steigt man hinein und zieht ihn hoch. Wichtig zu wissen: Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe sind grundsätzlich verordnungsfähig. Das läuft dann über Praxis und Sanitätshaus, nicht über einen Selbstkauf hier. Fragen Sie deshalb erst dort nach, bevor Sie selbst bestellen.

Vorteile
  • Hersteller aus dem Sanitätsbereich
  • Weite Ausführung, auch für kräftigere Beine
  • Kein Bücken bis zum Fuß nötig
  • Stabiler Rahmen
Zu beachten
  • Braucht Platz zum Aufstellen
  • Für offene Spitzen weniger geeignet
  • Der Umgang muss einmal gezeigt werden
Einordnung: Die stabile Lösung für den täglichen Gebrauch. Der Selbstkauf lohnt erst, wenn der Weg über die Verordnung ausscheidet, denn erstattet wird nur die Versorgung über das Sanitätshaus.
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Juzo Anziehhandschuhe

Juzo
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Handschuhe mit griffiger Beschichtung von einem Hersteller für Kompressionsstrümpfe. Sie lösen ein anderes Problem als der Bügel: Der Strumpf rutscht nicht mehr durch die Finger, und man muss nicht mit den Fingernägeln zupacken, was das Gewebe beschädigt.

Vorteile
  • Sehr günstig
  • Schont das Gewebe des Strumpfs
  • Braucht keinen Platz
  • Auch zusätzlich zum Bügel sinnvoll
Zu beachten
  • Ersetzt keine Anziehhilfe, wenn das Bücken das Problem ist
  • Nutzen sich ab
  • Bei stark eingeschränkter Handkraft zu wenig
Einordnung: Der kleinste sinnvolle Schritt, oft in Verbindung mit einem Bügel. Wenn das Problem im Rücken sitzt und nicht in den Händen, genügen die Handschuhe nicht.
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Häufige Fragen

Zahlt die Kasse?

Bei Kompressionsstrümpfen ja, auf ärztliche Verordnung. Man muss aber danach fragen.

Bügel oder Handschuhe?

Bügel, wenn das Bücken das Problem ist. Handschuhe, wenn der Strumpf durch die Finger rutscht.

Was hilft nach einer Hüftoperation?

Strumpfanzieher, langer Schuhlöffel, Greifhilfe. Am besten vor dem Eingriff besorgen.

Angaben geprüft am 16. August 2026 gegen § 33 SGB V und das GKV-Hilfsmittelverzeichnis.

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