Tablettenbox
Eine Tablettenbox soll nicht nur aufbewahren, sondern zeigen, was noch offen ist. Ob sie das leistet, hängt an sechs Dingen, von denen keines auf der Verpackung steht: genug Fächer, durchsichtiger Deckel, Stabilität, leichte Entnahme, lesbare Wochentage und ein Format, das zum Alltag passt.
Diese Seite geht um die Aufbewahrung, nicht um Medikamente. Fragen zu Wirkung, Dosierung, Wechselwirkungen oder dazu, ob ein Präparat außerhalb der Originalpackung aufbewahrt werden darf, gehören in die Apotheke oder die Praxis.
Worauf es beim Kauf ankommt
Sechs Punkte entscheiden darüber, ob eine Box im Alltag benutzt wird. Auf keinen davon weist die Verpackung hin, und Werbeversprechen wie BPA-frei gehören nicht dazu.
1. Genug Fächer, und groß genug
Manche nehmen viermal am Tag Tabletten, andere höchstens dreimal. Es gibt Boxen mit zwei, drei und vier Fächern je Tag, und wer viermal braucht, kommt mit drei Fächern nicht aus.
Kaufen Sie im Zweifel vier. Ein leeres Fach stört nicht, ein fehlendes zwingt dazu, zwei Einnahmen zusammenzulegen, und genau daraus entstehen Fehler. Außerdem ändert sich die Medikation über die Jahre eher nach oben als nach unten.
Zählen Sie außerdem, wie viele Tabletten pro Einnahme zusammenkommen. Ab vier wird es in den Standardfächern eng, und beim Öffnen springt etwas heraus. Zu große Fächer haben dagegen noch nie gestört.
2. Man muss hineinsehen können
Ist der Deckel getönt oder undurchsichtig, sehen Sie nicht, ob die Tabletten von heute Morgen schon weg sind. Dann müssen Sie jedes Mal aufmachen, und danach ist man sich nicht mehr sicher, ob man nachgesehen oder genommen hat.
Manche Hersteller bewerben Undurchsichtigkeit sogar, mit Begriffen wie Sichtschutz oder Lichtschutz. Auf Produktfotos ist es schwer zu prüfen, weil die Boxen meist offen und von oben gezeigt werden. Suchen Sie ein Bild der geschlossenen Box.
Achten Sie auf durchsichtige Deckel. Mich hat genau das gestört: Wenn ich den Inhalt nicht von außen sehe, weiß ich nicht auf einen Blick, ob ich die Tabletten schon genommen habe.
— Daniel Weihmann
3. Stabilität
So eine Box fällt irgendwann herunter, vom Nachttisch oder aus der Tasche. Dann darf sie weder aufspringen noch brechen. Springt sie auf, liegt die Wochenration auf dem Boden, und die Tabletten lassen sich hinterher nicht mehr zuordnen.
Achten Sie auf durchgehende Scharniere statt kleiner Zapfen und auf einen Verschluss, der spürbar einrastet. Sehr dünner, sprödwirkender Kunststoff ist ein schlechtes Zeichen, ebenso Deckel, die nur aufgelegt sind.
4. Die Tabletten müssen leicht herauskommen
Der Punkt, an den beim Kauf niemand denkt und der täglich stört. Tiefe, schmale Fächer sind das Problem: Mit steifen Fingern kommt man nicht hinein, also kippt man die Box, und dann fällt alles heraus statt nur die eine Tablette.
Besser sind flache, breite Mulden mit abgerundeten Ecken, aus denen sich eine Tablette herausschieben lässt. Ein Fach, das sich einzeln herausnehmen und in die Hand kippen lässt, löst dasselbe Problem.
5. Der Wochentag muss auf einen Blick erkennbar sein
Montag bis Sonntag, ausgeschrieben oder wenigstens mit den üblichen Abkürzungen, groß und gedruckt. Viele Boxen haben die Tage nur in den Kunststoff geprägt, und dann sieht man sie bei schlechtem Licht praktisch nicht.
Gedruckte Beschriftungen nutzen sich allerdings ab. Prüfen Sie nach einem halben Jahr, ob noch alles lesbar ist, und bessern Sie notfalls mit einem wasserfesten Stift nach. Dasselbe gilt für die Tageszeiten: Worte sind besser als Sonne- und Mond-Symbole, die ohne Brille kaum zu unterscheiden sind.
6. Handlich
Die Box muss dorthin passen, wo sie täglich steht, und in die Tasche, wenn sie mitgeht. Eine Monatsbox mit einunddreißig Feldern ist unhandlich und wird deshalb kaum benutzt.
Wenn Sie viel unterwegs sind, achten Sie darauf, dass sich ein einzelner Tag mitnehmen lässt. Sonst hat man entweder die ganze Woche dabei oder gar nichts.
Die Bauarten
Die Wochenbox ist eine flache Schale mit sieben Feldern, oft je vier Fächern für Morgen, Mittag, Abend und Nacht. Der große Vorteil: Sie sehen die ganze Woche auf einen Blick und erkennen sofort, wenn ein Feld noch voll ist.
Der Turm besteht aus sieben einzelnen Tagesbehältern, die gestapelt werden. Praktisch, wenn Sie viel unterwegs sind, weil nur der eine Tag mitgeht. Dafür fehlt meist die Unterteilung innerhalb des Tages.
Die Monatsbox hat einunddreißig Felder und wird einmal im Monat befüllt. Das klingt bequem und ist bei mehreren Präparaten eine lange, fehleranfällige Sitzung. Außerdem ändert sich in vier Wochen oft etwas an der Medikation, und dann muss alles wieder heraus.
Der elektronische Spender mit Signalton ist teuer und für viele die falsche Lösung, weil er ein Problem löst, das die meisten nicht haben. Wer die Einnahme vergisst, weil der Tag unstrukturiert ist, dem hilft ein fester Zeitpunkt mehr als ein Piepton.
Was die Box nicht leistet
Sie ersetzt keine Übersicht darüber, was genommen wird. Wenn drei oder mehr Präparate zusammenkommen, gehört dazu ein Medikationsplan. Auf den haben Sie ab drei verordneten Arzneimitteln einen gesetzlichen Anspruch, und er ist bei jedem Arztwechsel und jedem Krankenhausaufenthalt das wichtigere Dokument.
Und sie ersetzt nicht die Beipackzettel. Heben Sie die Originalpackungen auf, solange etwas darin ist. Wenn im Krankenhaus jemand fragt, was genommen wird, ist eine Tüte mit Packungen die verlässlichste Antwort.
Das Befüllen
Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Box, sondern das unregelmäßige Befüllen.
Immer am selben Wochentag zur selben Zeit, sonntags nach dem Kaffee oder was auch immer zu Ihrem Ablauf passt. Der feste Zeitpunkt ist wichtiger als jede Erinnerungsfunktion, weil man selbst merkt, wenn er ausgefallen ist.
Bei Tageslicht und an einem freien Tisch. Nicht abends, nicht nebenbei, nicht mit dem Fernseher an.
Eine Packung nach der anderen durch alle sieben Tage, statt Tag für Tag alle Packungen anzufassen. So merken Sie sofort, wenn eine Packung zur Neige geht, und verzählen sich seltener.
Wenn Angehörige befüllen: Machen Sie es nach Möglichkeit gemeinsam, nicht stellvertretend. Wer beim Befüllen zusieht, weiß, was er nimmt, und das ist der eigentliche Zweck.
Fünf Modelle
Keine dieser Boxen erfüllt alle sechs Punkte, und das ist Absicht. Wir zeigen hier auch die, die verbreitet sind und in einem Punkt nachgeben, weil sie in einem anderen stark sind. Bei jeder steht dabei, was sie nicht kann.
Von getönten Fächern und bunten Farben bin ich persönlich kein Freund. Das ist aber wirklich nur meine Meinung, und wie oft diese Boxen gekauft werden, zeigt, dass viele das anders sehen. Deshalb stehen sie hier.
Die AUVON mit der Schutzhülle habe ich als die stabilste von allen erlebt, sie hält deutlich mehr aus als die übrigen. Ihre Fächer sind allerdings getönt, man sieht also nicht hinein.
— Daniel Weihmann
Die folgenden Links führen zu Amazon. Kaufen Sie darüber ein, erhalten wir eine Provision, für Sie ändert sich der Preis nicht. Wir haben diese Produkte nicht selbst getestet, die Angaben stammen von den Herstellern.
mossime Wochenbox, große Fächer
mossimeWochenbox mit vier Fächern pro Tag und deutlich größeren Kammern als üblich. Die Fächergröße ist das eigentliche Kriterium: Wer sechs oder sieben Tabletten pro Einnahme hat, bekommt sie in die kleinen Standardboxen nicht hinein, ohne dass beim Öffnen etwas herausspringt.
- Große Fächer, auch für mehrere oder dicke Tabletten
- Vier Einnahmezeiten am Tag
- Deckel einzeln je Fach
- Beschriftung der Wochentage
- Größer und damit für die Handtasche unpraktisch
- Die Deckel brauchen etwas Kraft
- Kein separater Tagesbehälter zum Mitnehmen
AUVON Wochenbox mit Schutzhülle
AUVONWochenbox mit drei Fächern pro Tag, bei der die einzelnen Tagesboxen zusätzlich in einer Hülle stecken. Genau das ist hier das Argument: Der doppelte Verschluss sorgt dafür, dass beim Herunterfallen nichts aufspringt und die Wochenration nicht auf dem Boden landet.
- Doppelter Verschluss, springt beim Herunterfallen nicht auf
- Ausdrücklich leicht zu öffnen, auch mit steifen Fingern
- Große Fächer
- In mehreren Farben erhältlich
- Nur drei Einnahmezeiten am Tag, für vier reicht es nicht
- Getönte Fächer, der Inhalt ist nicht auf einen Blick sichtbar
- Durch die Hülle etwas klobiger
Foubiss Wochenbox, farbige Tagesboxen
FoubissWochenbox mit vier Fächern pro Tag, bei der jeder Tag eine eigene herausnehmbare Box in einer anderen Farbe hat. Damit erfüllt sie gleich drei der Punkte oben: alle vier Einnahmezeiten, große Beschriftung und ein einzelner Tag, der mitgenommen werden kann.
- Vier Fächer je Tag
- Jeder Tag einzeln herausnehmbar und mitnehmbar
- Große Schrift auf den Tagesboxen
- Farben helfen, den Tag zu unterscheiden
- Die Fächer sind getönt, der Inhalt also nicht auf einen Blick sichtbar
- Bunt, was Geschmackssache ist
- Sieben Einzelboxen können verloren gehen
Doruimi Wochenbox, zwei Zeiten
DoruimiDer meistverkaufte Wochendosierer, ausgelegt auf zwei Einnahmezeiten am Tag, morgens und abends. Die Fächer sind herausnehmbar und ausdrücklich für Menschen mit steifen oder schmerzenden Fingern gedacht, sie lassen sich ohne Kraft öffnen.
- Leicht zu öffnen, auch mit steifen Fingern
- Fächer einzeln herausnehmbar
- Großes Fassungsvermögen je Fach
- Klar lesbare Beschriftung
- Nur zwei Einnahmezeiten am Tag, für mittags und nachts fehlt der Platz
- Schwarz und damit nicht durchsichtig
- Für viele Präparate mit vier Zeiten ungeeignet
Osma-Werm Tablettenturm
Osma-WermSieben einzelne Tagesbehälter, die zu einem Turm gestapelt werden. Der Vorteil zeigt sich unterwegs: Sie nehmen nur den Behälter für den einen Tag mit, statt die ganze Woche in der Tasche zu haben. Zu Hause steht alles gestapelt an einer Stelle.
- Einzelne Tagesbehälter zum Mitnehmen
- Platzsparend gestapelt
- Klar getrennt, ein Behälter je Tag
- Sehr günstig
- Keine Unterteilung nach Tageszeit innerhalb des Tages
- Die kleinen Behälter können verloren gehen
- Zum Befüllen muss der Turm auseinandergenommen werden
Sehen Sie sich vorher die Produktfotos an und achten Sie auf einen durchsichtigen Deckel. Aus den Herstellerangaben geht das nicht eindeutig hervor, deshalb können wir es Ihnen hier nicht abnehmen. Modelle, die ausdrücklich mit Sicht- oder Lichtschutz werben, haben wir bewusst nicht aufgenommen.
Häufige Fragen
Welche Box passt?
Eine mit genug Fächern für Ihre Einnahmezeiten, durchsichtigem Deckel, stabilem Verschluss und leicht lesbaren Wochentagen.
Zahlt die Kasse?
Nein. Bei Preisen unter zehn Euro lohnt der Antragsweg ohnehin nicht.
Warum durchsichtig?
Weil Sie sonst jedes Mal aufmachen müssen und danach nicht mehr sicher wissen, ob Sie nachgesehen oder genommen haben.
Zwei, drei oder vier Fächer am Tag?
So viele, wie Sie Einnahmezeiten haben, im Zweifel vier. Ein leeres Fach stört nicht, ein fehlendes zwingt zum Zusammenlegen.
Was ist wichtiger als die Box?
Ein fester Befülltermin und ab drei Medikamenten der Medikationsplan.